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Olympisches Datengold.

Der englische Guardian sticht mit einer erstaunlich einfachen Webseite hervor. Die Idee dahinter: fast jeden Olympia-Fan dürstet es nach Rekorden. Auch wer kein Vollblut-Fan sein mag, will vielleicht wenigstens mitreden können. Die Seite Was an Olympic Record set Today? beantwortet also lediglich die Frage, ob heute ein olympischer Rekord gebrochen wurde- nicht mehr und nicht weniger- mit einem simplen Ja oder Nein. (via FlowingData). Ein Konzept, das hervorragend zur Idee der Secondary Attention des englischen Co-Gründers der Really Interesting Group und erklärtem Olympia-Fan Russell Davies passt.

 

Dass man das gleiche Thema auch in andere Sphären der Komplexität bringen kann beweist der amerikanische Mischkonzern General Electric. Die in Zusammenarbeit mit R/GA entwickelte Visualisierung World of Records lässt uns in sämtliche Rekorde der Sommerspiele seit 1900 eintauchen. Diese lassen sich je nach Zeitraum, Sport, Bestmarke oder Geografie filtern.

 

Die Visualisierungen des brasilianischen Designers Gustavo Sousa gehen in der Serie oceaniaeuropeamericasafricaasia einen subversiveren Weg (via FastCo Design). Sousa nimmt die fünf farbigen olympischen Ringe als Blaupause für eine Info-Grafik der etwas anderen Art. Anstatt Rekorde zu visualisieren, nimmt er sich Statistiken an, die sonst eher hinter den Kulissen der Spiele bleiben sollen. Beispielsweise die Zahl der Gefängnisinsassen, den Anteil an TV-Haushalten oder der einzelnen olympischen Kontinente am Gesamtverkauf von Coca-Cola. Jeder Kreis repräsentiert einen Kontinent, die Größe der Kreise entspricht der Gewichtung des jeweiligen statistischen Anteils.

 

Die Emoto-Visualisation, enstanden in Zusammenarbeit von Moritz StefanerFutureEverything, und Studio NAND (via infosthetics), untersucht twitter-Nachrichten auf ihren emotionalen Gehalt. So will man die Begeisterung rund um die olympischen Spiele sichtbar machen und erhält als Nutzer statistischen Einblicke darüber, dass in den letzten 60 Sekunden satte 308 enthusiastische Tweets über den digitalen Äther gelaufen sind. Was man mit dieser Information anfängt, ist jedem selbst überlassen. Irgendwie schön anzusehen ist es schon- aber ist Emoto mehr als eine dynamische Illustration des Geschehens?

 

Als Pionierin der interaktiven Features sticht auch 2012 wieder die New York Times hervor. In kurzen Videoclips werden technische Feinheiten ausgewählter olympischer Sportarten von Weltklasse-Athleten und deren Trainern erklärt. Auf diese Weise werden die Leistungen der Athleten in einer Art aufbereitet, die es bislang in der klassischen TV-Berichterstattung nicht gab. So können sich sowohl interessierte Laien als auch Hobbysportler die Tipps direkt von den Profis holen. Die NYT bietet in dieser Serie HürdenlaufBocksprungStaffellauf oder Schmetterling.

 

Nachtrag: Einen Überblick aller NYT Olympia-Visualisierungen gibt es hier

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