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Auf der Suche nach den verlorenen Fotos

Lost Photos hilft dabei, Fotos wiederzufinden, die in den "Tiefen Deines Email-Accounts verschüttet liegen." Die 2,39 Euro teure App funktioniert mit allen gängigen Email-Konten. Also mal sehen, was so alles in den Ritzen meines Google Mail Kontos Verschütt gegangen ist. Auch wenn ich dieses Konto nur nebenher verwende, haben sich dort in den letzten Jahren rund 21.000 Emails und, 7.8 GB Daten angesammelt.

Das Angebot klingt verlockend:

"Just imagine what’s lost deep in your email – photos with friends and family that you don’t even remember existed. With Lost Photos, you’ll find them again and be able to quickly share them in a more permanent place." – lostphotosapp.com

Es geht los: die Anwendung fängt an zu scannen. Der Statusbalken zeigt an: in 10% der gesamten Emails hat Lost Photos bereits fast 500 Fotos gefunden. Parallel zur Suche kann ich durch die ersten Treffer blättern, darunter sind Fotos aus Newslettern, Flyer aber natürlich auch zig private Fotos von Familie, Freunden oder Bekannten. Babyfotos, Urlaubsfotos. Screenshots. Partyfotos, eingescannte Passbilder oder Ausweise. Oder Fotos, die ich überhaupt nicht mehr zuordnen kann. Sei es, weil ich die Menschen oder Orte darauf nicht kenne. Oder weil ich mich nicht mehr daran erinnern kann? Vielleicht beides.

 

Doch hier offenbart sich eine Schwachstelle der kleinen, vielversprechenden App: der fehlende Kontext der Fotos. Lost Photos zieht nämlich nur die Fotos aus den Emails heraus- aus welcher Email oder Zeit das Foto kommt, lässt sich für mich als User nicht mehr nachvollziehen. Lost Photos hat zwar fröhlich meine ganzen Fotos durchwühlt, ohne die Zuordnung zu den entsprechenden Emails oder den Absendern kann ich mit erstaunlich vielen nicht mehr viel anfangen. Also doch weg damit?

 

Lost Photos will mir natürlich helfen, die wiedergefundenen Foto-Schätze mit meinen Freunden auf Facebook, twitter oder per Email zu teilen. Bei ein paar Fotos mache ich das sogar. Das wars auch schon. In naher Zukunft gibt es so etwas bestimmt auch mit Gesichtserkennung, dann wird mir direkt vorgeschlagen auf welcher Facebook Timeline ich ein Foto posten sollte. Eins ist sicher: in Zukunft werden wir mehr solcher Tools brauchen. Und sicherlich wird in diesem Bereich noch viel passieren. Ich bin schon gespannt.

 

Über: Bud Caddell

 


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